Datum Zeit Veranstaltungsort
09.12.2019 17:00 - 21:30 AJZ Ebersberg

Am Montag, 09.Dezember 2019 um 17 Uhr lädt der Kreisjugendring Ebersberg gemeinsam mit dem Bündnis BUNT STATT BRAUN Ebersberg, dem AJZ Ebersberg und dem Kreisverband Ebersberg des Deutschen Gewerkschaftsbundes zu einem Vortrag zum Thema »Die Antifa« – Eine Spurensuche ein. Die Veranstaltung findet im Jugendzentrum Ebersberg, statt. Ab 17 Uhr wird gemeinsam gekocht, der Vortrag beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

»Alerta, alerta, antifascista! Alerta, alerta, antifascista!« ist wohl die international weit verbreitetste Parole der Antifa und geht auf das Engagement italienischer Antifaschist*innen gegen Diktator Benito Mussolini in den 1920er Jahren zurück. Als Reaktion auf das Erstarken der nationalsozialistischen Bewegung kam es auch in Deutschland zu antifaschistischen Einheitsbestrebungen der Arbeiter*innen-Parteien und zur Ausrufung der Antifaschistischen Aktion im Jahr 1932. Jedoch konnte auch die späte Kooperation von Kommunist*innen, Sozialdemokrat*innen und Anarchist*innen den Machtantritt der Nazis nicht mehr verhindern. Die Jahre von 1933 bis 1945 hatten Konsequenzen für die antifaschistische Linke wie kein anderes historisches Ereignis: Die nationalsozialistische Diktatur, der Zweite Weltkrieg, der Holocaust, aber auch die Fortexistenz antisemitischer und rassistischer Stereotype sowie eines deutschen Opfermythos nach 1945 prägen deshalb die Motivation der antifaschistischen Linken bis heute.

In seinem Vortrag »›Die Antifa‹ – Eine Spurensuche« referiert Richard Rohrmoser über die Geschichte, Charakteristika und Aktionsfelder dieser linksradikalen Bewegung von den 1920er Jahren bis zur Gegenwart. Neben der Genese der Antifa beschreibt der Zeithistoriker sowohl die wesentlichen »traditionellen Akteur*innen« (VVN-BdA, Kommunistischer Bund, DKP…) als auch die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierten »autonomen« Antifa-Gruppen, die in den frühen 1980er entstanden und seitdem Antisemitismus, Neonazismus und Rassismus aktiv bekämpfen. Da diese das staatliche Gewaltmonopol dabei oftmals nicht anerkennen, stellt »die« Antifa für viele eine Gefährdung für die Demokratie von links dar. Andere dagegen vertreten den Standpunkt, dass sowohl »traditionelle« als auch »autonome« Antifa-Gruppen einen notwendigen zivilgesellschaftlichen Einsatz gegen Rechtsextremismus und Neonazismus leisten. In Anbetracht dieser ambivalenten öffentlichen Wahrnehmung thematisiert der Referent schließlich auch die Sinnhaftigkeit der Beobachtung der Antifa durch das Bundesamt für Verfassungsschutz sowie die Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus.