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SUMMARY:(Nachbericht) Spendenkampagne für die Seenotrettung 2022 im Rahmen
  der Wochen der Toleranz: Thema Solidarität
DESCRIPTION:Die einmonatige Spendenkampagne für die Seenotrettung\, welche
  im Rahmen der diesjährigen “Wochen der Toleranz” stattfand\, ist vor
 bei.\n\nDie Lokalgruppe “Seebrücke Landkreis Ebersberg” ist zufrieden
  mit dem Ergebnis\, übt aber auch Kritik. Manche Ziele wurden erreicht\, 
 manche nicht.\n\nHier ein Rückblick auf den Verlauf der Spendenkampagne.\
 n\nAm 29. Oktober startete die Kampagne mit einer groß angelegten Sachspe
 ndensammlung in der Volksfesthalle Ebersberg. Durch die Erfahrung\, welche
  bereits letztes Jahr gesammelt wurde\, und die eingespielten Kooperations
 partner*innen lief alles reibungslos ab. “Insbesondere die hohe Qualitä
 t der angelieferten Spenden hat uns sehr glücklich gemacht”\, so Angela
  Warg\, die als Vertreterin des Kreisjugendring Ebersberg tatkräftig an d
 er Organisation der Sachspendensammlung beteiligt war.\n\nSo wurde ein hal
 ber LKW des Technischen Hilfswerk (THW) mit hochwertigen Sachspenden zur O
 rganisation “Flüchtlingshilfe Erding e.V. gefahren\, von der die Spende
 n nun gezielt weiterverteilt werden. “Wir bedanken uns vielmals bei alle
 n Kooperationspartner*innen\, ohne euch würde das alles nicht stattfinden
  können” so Judith Seibt\, Gründungsmitglied der “Seebrücke Landkre
 is Ebersberg” und Aktive bei “Seite an Seite e.V.” aus Markt Schwabe
 n.\n\nNeben der Spendenannahme gab es die eindrucksvolle aber auch sehr er
 schreckende Ausstellung “Grenzerfahrungen” von Pro Asyl zu sehen. Auß
 erdem hatten die Lokalgruppe “Seebrücke Landkreis Ebersberg”\, Haupto
 rganisator der gesamten Spendenkampagne\, und Sea Eye e.V.\, vertreten dur
 ch die Münchner Lokalgruppe einen Stand aufgebaut\, um alle Spender*innen
  mit aktuellen Informationen zu der\, leider katastrophalen\, Menschenrech
 tssituation an den EU Außengrenzen zu versorgen.\n\n&nbsp\;\n\n[caption i
 d="attachment_7583" align="alignleft" width="426"] Auftaktveranstaltung Sp
 endenkampagne für die Seenotrettung 2022[/caption]\n\n\n\n[caption id="at
 tachment_7584" align="alignnone" width="377"] Auftaktveranstaltung Spenden
 kampagne für die Seenotrettung 2022[/caption]\n\n&nbsp\;\n\nUnd genau die
 se\, mittlerweile Jahre andauernde katastrophale Situation an den  Außen
 grenzen Europas wurde im Rahmen der Filmvorführung der Dokumentation “R
 oute 4 - A Dreadful Journey” am Donnerstag 10.11.22 im Jugendzentrum “
 Jugendinitiative Grafing e.V. (JIG) im Rahmen der Veranstaltungsreihe “k
 inofüralle” tiefer beleuchtet. Diese Veranstaltung wurde in enger Koope
 ration mit dem im JIG neu gegründeten Arbeitskreis “Flucht und Asyl” 
 organisiert. “Es ist sehr wichtig\, dass sich junge Menschen mit diesen 
 Themen auseinandersetzen und dass wir uns gemeinsam ein Bewusstsein für d
 iese untragbare Situation schaffen. Nur so können wir die Dinge auch änd
 ern”\, so Marie Haider\, Aktive Jugendliche im AK.\n\nNach der Filmvorf
 ührung gab es eine Diskussionsrunde\, für die der ehemalige Vorsitzende 
 von Sea Eye e.V.\, Jan Ribbeck\, extra aus dem Allgäu angereist war. Ziel
  war es\, mit den Zuschauer*innen über  die Inhalte des Films und über 
 die Funktion der zivilen Seenotrettung im Allgemeinen zu diskutieren und d
 iese auch kontrovers zu beleuchten.\n\nUnd das war auch sehr notwendig. De
 r Film berührte und schockierte viele der Anwesenden zutiefst\, denn er g
 ibt Einblicke in Situationen und Umstände\, die es hierzulande leider nic
 ht mehr oft in der Tagesschau zu sehen gibt\, denn sie sind mittlerweile z
 ur grausamen Normalität geworden. “Zur grausamen Normalität eines schi
 zophrenen Europas\, das seine Glaubwürdigkeit in Sachen Menschenrechten l
 eichtsinnig verspielt und sich damit politisch in vielen Bereichen zurecht
 \, angreifbar und unglaubwürdig macht. Das muss ein Ende haben. Es brauch
 t endlich einen gerechten staatlichen\, europäischen Organisationsprozess
 \, der die Verteilung von geflüchteten Menschen zum Ziel hat. Und außerd
 em braucht es eine gut ausgestattete Küstenwache im Mittelmeer\, die sich
  dem Thema angemessen annimmt. Die Verantwortung auf eine zivile Seenotret
 tung\, die auf freiwilliger Spendenbasis funktioniert und die sehr überfo
 rdert für alle Beteiligten sein kann\, das ist so beschämend für die EU
 . Unser Handeln reproduziert diese Ungerechtigkeit in gewisser Weise\, das
  wissen wir\, und doch es es selbstverständlich keine Alternative\, die g
 eflüchteten Menschen einfach wohlwissend ertrinken zu lassen”\, sagt Le
 onhard Martz\, Referent für offenes und verbandliche Jugendarbeit beim KJ
 R Ebersberg und Gründungsmitglied der Seebrücke Landkreis Ebersberg.\n\n
 Im Rahmen der Filmvorführung wurden knapp 100\,00 Euro für Sea Eye e.V. 
 gesammelt.\n\nAbschließendes Fazit des Abends:  Wir müssen handeln! Und
  zwar jede*r in dem Umfang wie es möglich ist. Aber Nichtstun und Wegscha
 uen ist keine Option.\n\n&nbsp\;\n\n[caption id="attachment_7567" align="a
 lignnone" width="417"] Spendenkampagne für die Seenotrettung 2022[/captio
 n]\n\n\n\n&nbsp\;\n\nUnd genau das passierte dann auch im Rahmen der letzt
 en Veranstaltung der Spendenkampagne. Am Freitag\, den 25.11.2022 fand ein
 e fulminante Solidaritätsparty für die Seenotrettung im JIG statt. Die V
 eranstaltung war ebenfalls in enger Kooperation zwischen der “Seebrücke
  Landkreis Ebersberg”\, dem Arbeitskreis Flucht und Asyl und dem Kreisju
 gendring Ebersberg organisiert.\n\nSo kam es\, das am Freitag eine sehr ta
 lentierte und vielseitige Crew aus Rap- und Poetrykünstler*innen auf der 
 Bühne der Jugendinitiative Grafing e.V. ordentlich Stimmung machte. Einig
 e von ihnen waren schon Teilnehmer*innen des preisgekrönten KJR Projekts 
 “WORD UP! Rap und Poetry gegen Rassismus und Diskriminierung” \, so ka
 m es zu vielen Verbindungen und Synergieeffekten zwischen den bereits best
 ehenden Gruppen und Projekten im Landkreis. Das erkannte auch das Jugendko
 mitee Ebersberg und förderte beide Veranstaltungen des AK Flucht und Asyl
  finanziell.\n\n“Ich bin einfach nur begeistert\, wie viel Herz\, Versta
 nd und Mut diese jungen Menschen haben und welche wichtigen Botschaften si
 e mit ihrer Musik vermitteln\, da sitzt jeder Satz"\, sagt Lena Huppertz\,
  ebenfalls Gründungsmitglied der Lokalgruppe Seebrücke Landkreis Ebersbe
 rg. Insbesondere weil die meisten der Künstler*innen selbst eine Fluchtbi
 ographie haben\, merkte man oft wie ernst das Thema diesen Jugendlichen is
 t. Die Musik wirkt da wie ein Katalysator\, der versucht\, das Negative in
  etwas Positives zu verwandeln und sich selbst zu ermächtigen - Stichwort
  Empowerment.\n\nIm Rahmen der Soliparty wurden knapp weitere 300\,00 Euro
  für Sea Eye e.V. gesammelt.\n\nZwischen den Veranstaltungen bewarb die S
 eebrücke Landkreis Ebersberg ihre Spendenkampagne in der Presse und auf S
 ocial Media. So stieg das Spendenbarometer langsam aber sicher immer etwas
  weiter an.\n\nAm 30.11 war der Stand des Spendenbarometers bei knapp 2300
 \,00 Euro\, es fehlte also noch mehr als die Hälfte\, um unser Spendenzie
 l von 5000\,00 Euro zu erreichen .\n\nDoch dann kam noch eine Spende eines
  großzügigen Menschen\, der ebenfalls Zuschauer bei der Filmvorführung 
 von Route 4 am 10.11 im JIG war und bereits an diesem Abend eine größere
  Spendensumme versprach. Dieser Mensch hat sein Wort gehalten und 1500\,00
  Euro gespendet. Es fehlen immer noch mehr als 1000\,00 Euro\, um unser Zi
 el von 5000\,00 Euro zu erreichen\, deswegen haben wir uns entschlossen ab
 zuwarten\, unsere Spendenkampagne weiter laufen zu lassen\, bis wir unser 
 Ziel erreicht haben.\n\n[caption id="attachment_7590" align="alignnone" wi
 dth="566"] Spendenkampagne für die Seenotrettung 2022[/caption]\n\n\n\n&n
 bsp\;\n\nAlso Ende gut alles gut? Natürlich nicht. Finden die Mitglieder 
 der Seebrücke Landkreis Ebersberg.\n\nDie Veranstalter*innen üben insbes
 ondere Kritik an der mangelnden Resonanz der Gemeinden im Landkreis Ebersb
 erg. Auch wenn lokal teilweise schon viel in dem Bereich geleistet wird\, 
 wird scheinbar oft vergessen\, wie hoch unser Lebensstandard hierzulande i
 st und dass es angebracht wäre\, noch viel mehr der vorhandenen finanziel
 len Ressourcen in die Menschenrechte zu investieren\, auch wenn das Geld n
 icht unmittelbar vor der eigenen Haustür wirkt.\n\nDie Lokalgruppe Landkr
 eis Ebersberg führt dies folgendermaßen aus:\n\n“Wir haben uns eigentl
 ich mehrere Ziele gesetzt. Neben einer Sachspendensammlung für die Flüch
 tlingshilfe Erding e.V. und 5000\,00 Euro\, um die Kosten von einem Rettun
 gstag von Sea Eye e.V.\, zu decken\, wollten wir wenigstens eine der insge
 samt 21 Gemeinden im Landkreis Ebersberg davon überzeugen\, eine so genan
 nte Schiffs-Patenschaft für ein Boot des Vereins von Sea Eye e.V. zu übe
 rnehmen. Bereits einige Wochen vor dem offiziellen Beginn der Spendenkampa
 gne\, setzen wir ein Schreiben auf und versendeten dies an alle Bürgermei
 ster*innen im Landkreis Ebersberg. Es kamen leider nur drei Antworten zur
 ück\, allesamt Absagen. Im Vergleich dazu\, 2021 spendeten wenigstens vie
 r Gemeinden einen kleineren  Betrag\, teilweise mit der Bitte\, die Spend
 e nicht öffentlich bekannt zu geben\, auch Angst vor negativen Resonanzen
  bezüglich der Mittelverwendung aus der Bevölkerung. Sehr Bedenklich und
  leider vielsagend\, wenn es tatsächlich berechtigte Befürchtungen diese
 r Art gibt\, finden wir.\n\nUnd das\, obwohl das finanzielle Commitment f
 ür eine sogenannte Schiffs-Patenschaft\, mit einer Summe ab 2000\,00 Euro
  jährlich für insgesamt zwei Jahre\, nicht besonders hoch angesetzt war.
  Aber es wäre ein starkes Zeichen für ein vorhandenes Problembewusstsein
  gewesen.\n\nDiese fehlende Resonanz auf der politischen Ebene im Vergleic
 h zur zivilgesellschaftlichen Ebene zeigt uns\, dass noch viel Arbeit vor 
 uns liegt. Es fehlt einfach massiv an dem Bewusstsein\, dass wir\, und dam
 it meinen wir auch jede Gemeinde im Landkreis Ebersberg\, Verantwortung f
 ür die Situation an den EU-Außengrenzen trägt. Diese Verantwortung zu l
 eugnen ist absurd und wird unseren so oft hochgehaltenen europäischen Wer
 ten nicht im Ansatz gerecht. Immerhin profitieren wir hier in Deutschland 
 jeden Tag von den globalen Ausbeutungsstrukturen von Ressourcen und Mensch
 en\, die diese Fluchtbewegungen oft auch erst auslösen. Aber so weit wird
  oft leider nicht gedacht\, das ist in gewisser Weise beschämend\, so die
  Meinung der Mitglieder der Seebrücke Landkreis Ebersberg.\n\n&nbsp\;
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