Wir freuen uns riesig!

Seit dem 1. Januar 2019 ist der Kreisjugendring Ebersberg Träger des Projektes „Partnerschaft für Demokratie“ im Bundesprojekt „Demokratie leben!“. Nachdem im März auch die Fach- und Koordinierungsstelle besetzt werden konnte, starten wir mit vollem Elan mit dem Aufbau der Partnerschaft. Hier ist ein Zusammenspiel zwischen Verwaltung, Politik, Vereinen und Verbänden – und vor allem auch zwischen unserer Zivilgesellschaft nötig. Gemeinsam wollen wir ein Zeichen setzen – ein Zeichen, dass der Landkreis Ebersberg ein Ort ist, an dem ein vielfältiges und respektvolles Miteinander und Miteinanderleben möglich ist. Wir positionieren und klar gegen Rassismus, Sexismus, Rechtsradikalismus, Antisemitismus und gegen Diskriminierung in jeglicher Erscheinungsform.

Wir suchen euch!

Im Landkreis Ebersberg setzen sich bereits viele Verbände, Vereine und engagierte BürgerInnen tagtäglich für Toleranz und demokratische Werte ein. Die lokale „Partnerschaft für Demokratie“ will hierbei unterstützen! Wir fördern Projekte verschiedener Art– seien es Ausstellungen, Demonstrationen, Aktionstage, Begegnungs- oder Jugendprojekte. Auch helfen wir bei der Antragsstellung und beraten bei der Projektentwicklung. Weitere Informationen findet ihr in der Rubrik „Partnerschaft für Demokratie“. Wir freuen uns auf euren Anruf!

        9.10.2019: Aktionstag: Zeit für Demokratie

Die Partnerschaft beteiligt sich an einem Aktionstag, der bundesweit durchgeführt wird.

Nähere Informationen zu „Zeit für Demokratie“:

Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. plant im Herbst dieses Jahres eine Aktion zum 30-jährigen Jubiläum der Friedlichen Revolution. Diese soll am 9. Oktober 2019 – nicht 9. November, kein Tippfehler – bundesweit in verschiedenen Orten und Städten stattfinden. Die Aktion heißt:  Zeit für Demokratie 9/10/89

Warum am 9. Oktober?

Der 9. Oktober 1989 gilt als Wendepunkt im Verlauf der Friedlichen Revolution. An diesem Tag demonstrierten und protestierten über 70.000 mutige Menschen in Leipzig für demokratische Reformen, Freiheit und Mitbestimmung. Sie gaben ihrer Unzufriedenheit Ausdruck. Mutig waren sie vor allem deshalb, weil bis zum letzten Moment nicht klar war, dass die Demonstration friedlich verlaufen würde. Ähnliche Bewegungen waren in der Vergangenheit niedergeschlagen worden, z. B. wenige Monate zuvor auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking. Und auch die deutsche Geschichte lieferte einige Beispiele für gewaltsam unterdrückten Protest: den Aufstand am 17. Juni 1953 in der DDR, die Auseinandersetzungen im Rahmen der Revolution 1918/19 sowie die zurückgeschlagene 1848er-Revolution. In der historischen Entwicklungslinie der Demokratie in Deutschland sticht der 9. Oktober 1989 als Meilenstein der Gewaltfreiheit heraus. Dieser Tag gehört der Demokratie! (Hermann Vinke)

Die Friedliche Revolution und der 9. Oktober 1989 waren Ausgangspunkt für neue demokratische Entwicklungen in Deutschland. Dieses Datum bietet einen geeigneten Ausgangspunkt, um über aktuelle Möglichkeiten der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe nachzudenken.

Zum Beispiel anhand der Fragen: Was tust du? Wieviel Zeit nimmst du dir heute, um Gesellschaft und Politik mitzugestalten?

 

Wie wollen wir diesen Tag gestalten?

Wir möchten einen Nachdenkmoment schaffen. Dazu bewegen wir uns etwa in Fußgängerzonen oder auf öffentlichen Plätzen. Dieser Auftritt im öffentlichen Raum ist eine kurze Intervention im Alltag der Menschen. Wir verteilen Aufkleber und Postkarten (siehe nächster Punkt) und kommen ggf. mit Passantinnen und Passanten ins Gespräch. Der Gedanke der Initiative wird in einer kurzen Begegnung (mit-)geteilt. Bei den einen verschwindet er möglicherweise sofort wieder, andere aber regt er zum Nachdenken an.

  4.11.2019: Filmvorführung mit anschließender Diskussionsrunde: „Prävention. Wie die Demokratie gerettet werden soll“

Die Partnerschaft ist Teil der Wochen der Toleranz, einer Veranstaltungsreihe, die im November im Landkreis Ebersberg durchgeführt wird. Zu einer Filmvorführung mit anschließendem Austausch laden wir herzlich, am Montag, den 4.11.2019 in den Räumlichkeiten des Kreisjugendrings (Bahnhofsstraße 12 OG, 85560 Ebersberg).

Uhrzeit: 18:30-20:00 Uhr

Zur Dokumentation: Es könnte doch alles so schön sein. Denn sie haben es gut, die Menschen in Deutschland. Seit Jahrzenten kein Krieg, keine Epidemien, keine Hungernöte und Umweltkatastrophen. Ein Sehnsuchtsort für viele aus der Ferne. Aber irgendetwas stimmt nicht in Deutschland. Angst und Hass gefährden unsere Demokratie. Sie erschüttern das Vertrauen in die Politik, die staatlichen Institutionen und die Medien. Das kann extremistische Tendenzen stärken. Woher kommen Angst, Hass und Extremismus? Und was können wir dagegen tun? Können wir verhindern, dass Menschen andere Menschen einschüchtern, angreifen oder gar töten? Ein Filmteam ist quer durch Deutschland gefahren, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen. In verschiedenen Städten wurden Praktiker*innen befragt, die sich mit der Thematik auseinandersetzen und konkret etwas tun. Und es wurden Menschen auf der Straße befragt. Die Dokumentation zeigt auf, was Extremismusprävention ist und beleuchtet die Bedeutung präventiv-pädagogischer Arbeit für unsere Gesellschaft. Sie verdeutlicht, warum die Stärkung der Demokratie und der Einsatz gegen Hass und Extremismus nicht nur Aufgaben des Staates, sondern gesamtgesellschaftliche Aufgaben sind – mit anschließender Frage- und Diskussionsrunde.

Eine Produktion von mobyDOK. Entstanden im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!, weitere Informationen unter: www.projekt-praevention.de.

        Offene Sprechstunde/Donnerstag der Demokratie:

Ab dem 22.8.2019: Donnerstag der Demokratie: Einladung zur offenen Sprechstunde

Nach der grausamen Ermordung Walter Lübckes, hat Bundesaußenminister Heiko Maas über Parteigrenzen hinweg zu einem #DonnerstagderDemokratie aufgerufen. In den Angriffen gegen Kommunalpolitiker*innen und Ehrenamtliche sieht nicht nur der Bundestagsabgeordnete Angriffe auf die demokratischen Grundwerte unserer Gesellschaft. Auch wir möchten diese Werte schützen und uns dafür einsetzen. Die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Ebersberg unterstützt den Gedanken des #DonnerstagderDemokratie und möchte daran anknüpfen. In Form eines „Tag der offenen Tür“ soll jeden Donnerstag von 16-18 Uhr eine offene Sprechstunde im Büro des Kreisjugendrings stattfinden. Dazu laden wir Euch herzlich ein!

Gemeinsam können wir diskutieren, wie wir unsere demokratischen Werte stärken und verteidigen können. Außerdem dient die Sprechstunde dazu, Projektideen festzuhalten und bei der Antragstellung zu unterstützen. Mit den Bundesmitteln, die der Partnerschaft zur Verfügung stehen, soll genau das passieren: 

Die finanzielle Förderung von Projekten, die ein offenes, tolerantes Zusammenleben fördern. Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen!

In naher Zukunft planen wir neben der offenen Sprechstunde im Büro auch Infostände an verschiedenen Orten des Landkreises – um euch den Zugang zur Demokratieförderung weiterhin zu vereinfachen.

Wir freuen uns, wenn wir vorbeischaut:

Wann: ab dem 22.08.2019 immer donnerstags von 16-18 Uhr

Wo: Kreisjugendring Ebersberg, Bahnhofstr. 12, 85560 Ebersberg

Was: offene Sprechstunde, Informationen zur Partnerschaft für Demokratie, sowie Antragsberatung zur finanziellen Förderung von Projekten

Wie: Informative Einzel- und Gruppengespräche oder gemütliches Beisammensein mit Snacks, kühlen Getränken und in lockerer Atmosphäre

Wer: interessierte Bürger*innen des Landkreises, egal welche Altersklasse, welches Geschlecht, welche Hautfarbe, welche Herkunft.

Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Ebersberg ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Doch was steckt genau dahinter und wer gehört alles dazu?

„Demokratie leben!“ – für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Mit­­einander

Es gibt viele Personen in unserem Land, die sich tagtäglich für ein offenes, tolerantes und buntes Zusammenleben einsetzen. Bei dieser wichtigen Arbeit unterstützt sie das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Zu den Zielgruppen des Bundesprogramms gehören insbesondere Kinder und Jugendliche, deren Eltern, Familienangehörige und Bezugspersonen, aber auch ehren-, neben- und hauptamtlich in der Jugendhilfe Tätige, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure. „Demokratie leben!“ ist zudem ein zentraler Baustein der „Strategie der Bundesregierung zur Extremismusprävention und Demokratieförderung“.

Wer gehört alles zum Bundesprogramm „Demokratie leben“?

–        Es gibt eine Regiestelle von „Demokratie leben“. Diese ist Teil des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFZA) und kümmert sich um die administrative Umsetzung des Bundesprogramms.

–        Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) wertet das Programm aus. Das bedeutet, dass es die Umsetzung und Effektivität der Programmaktivitäten evaluiert, fachlich einordnet und bewertet.

–        Das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. und Camino (Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich) übernehmen die wissenschaftliche Begleitung der lokalen Partnerschaften für Demokratie.

a) Die Partnerschaft im Überblick:

Die Grafik stellt das Verhältnis zwischen Koordinierungs- und Fachstelle, Federführendem Amt, Begleitausschuss und Jugendforum dar. Zusammen ergeben sie die Partnerschaft für Demokratie

Die Partnerschaft für Demokratie gibt es seit 01.01.2019 im Landkreis Ebersberg.

b) Die Steuerungsgruppe

Federführendes Amt der Partnerschaft: Landratsamt Ebersberg: Veronika Höfer (seit 1.1.19)

Als federführende Amt kümmert sich Veronika Höfer um die ordnungsgemäße Verwendung der Fördermittel und verantwortet die rechtliche und inhaltliche Umsetzung der Partnerschaft.

Koordinierungs- und Fachstelle: Kreisjugendring Ebersberg: Julia Bissinger (seit 1.3.19)

Als Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft berät Julia Bissinger interessierte Bürger*innen, die sie für unsere demokratischen Grundwerte einsetzen wollen. Außerdem fungiert sie als Ansprechpartnerin bei lokalen Problemlagen und koordiniert die verschiedenen AkteurInnen der Partnerschaft im Landkreis Ebersberg.

c) Begleitausschuss:

Der Begleitausschuss ist ein Gremium aus VertreterInnen der lokalen Zivilgesellschaft und der kommunalen Verwaltung.

Der Begleitausschuss ist das Herzstück der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Ebersberg. Als Gremium entscheidet dieser über konkrete Maßnahmen und Projekte. Hierbei orientieren sich die Mitglieder an einem Förderkriterienkatalog, der sich an den Leitlinien des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ orientiert. Außerdem wertet der Begleitausschuss Ergebnisse der Demokratiekonferenzen aus und lenkt die inhaltliche Ausrichtung der Partnerschaft.

d) Jugendforum: (in Planung)

Gremium, das von Jugendlichen und jungen Erwachsenen geleitet wird. Dieses erhält eigene Fördermittel zur Umsetzung von Projektideen.

e) Demokratiekonferenz:

Die Arbeit der Partnerschaft soll sichtbar werden! Hierfür wird mindestens einmal im Jahr eine sogenannte Demokratiekonferenz stattfinden, zu der Akteure aus der Zivilgesellschaft sowie Verantwortliche aus Politik und Verwaltung eingeladen werden. Gemeinsam soll über den aktuellen Stand und die weitere Ausrichtung der Partnerschaft diskutiert werden. Unsere erste Demokratiekonferenz hat bereits stattgefunden.

Hier findet ihr einen Überblick über diejenigen Projekte, die bereits von der „Partnerschaft für Demokratie“ im Landkreis Ebersberg gefördert werden.

Ein Zeichen für Toleranz: Demonstration „Ebersberg izzz da! Widerstand gegen Rassismus“

Am 16. März 2019 hat eine Demonstration des Kreisjugendrings mit dem Namen „Ebersberg izzz da! Widerstand gegen Rassismus“ stattgefunden. Hier hat sich die „Partnerschaft für Demokratie“ in Ebersberg beteiligt. Wir freuen uns, dass rund 500 Menschen ein Zeichen gegen Fremdenhass und Diskriminierung gesetzt haben.

Im Rahmen der Demonstration wurde zum Entrollen von Bannern im gesamten Landkreis aufgerufen. Bürger*innen sollten sich mit selbstgestalteten Bannern beteiligen und dadurch ein Zeichen gegen Rassismus und menschenverachtende Parolen setzen. Zudem gab es einen Demonstrationszug durch Ebersberg sowie eine Versammlung unterschiedlicher Redner*innen, die sich für ein gemeinsames, tolerantes und menschenfreundliches Miteinander ausgesprochen haben.

Die Stadt der Zukunft – wir erfinden unseren Lebensraum mit Mitteln der Kunst

Innerhalb eines Kunstprojekts wird hier von interessierten Bürger*innen kreativ erarbeitet, wie sich diese ihre gemeinsame „Wunschstadt“ oder auch „Stadt der Zukunft“ vorstellen. Ziel ist es, ein Verständnis für die Wünsche und Bedürfnisse im miteinander geteilten Lebensraum herzustellen und zu vertiefen. Es sollen Jung und Alt, Geflüchtete und Einheimische, Mann und Frau zusammenkommen und gemeinsam diskutieren. Die kreative Arbeit schafft auf niederschwellige Art Raum für Gespräch und Austausch und soll dadurch gemeinwohlstiftend sein. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die im Projektrahmen entstandenen Kunstwerke in eine Ausstellung mit dem Namen „Heimat…Die neue Realität“ miteinfließen. Die Ausstellung wird außerdem durch verschiedene Orte im Landkreis (z.B. Jugendzentren) wandern.

Iku-EBE: Integration durch kulturelle Teilhabe in Ebersberg

Geflüchtete, die im Landkreis leben, erarbeiten selbst ein Theaterprojekt. Auf diese Weise wollen sie in einen interkulturellen Dialog mit der Ebersberger Bevölkerung treten. Was heißt das? Ziel ist es, auf niederschwelliger Ebene, in künstlerischer Form Vorurteile abzubauen und wechselseitige Anerkennung zu verbessern. Durch die Zugehörigkeit zur Theatergruppe sowie durch die Aufführungen, wird eine Integration und Zugehörigkeit der Zugewanderten und dadurch die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft gefördert.

Wochen der Toleranz

Veranstaltungsreihe mehrerer Kooperationspartner*innen zum Thema Toleranz. Veranstaltungszeitraum: November 2019, Auftaktveranstaltung am 2.11.2019. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei, um jeder/jedem Bewohner*in einen Zugang zu ermöglichen. Auszug aus dem Programm: Begleiteter Rundgang Konzentrationslager Dachau; Ausstellung: „Von der friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“; Vortrag: Die unheilige Familie. Wie die islamische Tradition Frauen und Kinder entrechtet; Workshop: Argumentationstraining gegen Stammtischparolen; Filmvorführung: Prävention. Wie die Demokratie gerettet werden soll (etc.).

Fragen?

Bei inhaltlichen Fragen zum Projekt, bei Fragen zu Projektanträgen oder bei Wünschen, Anregungen und Ähnliches, meldet euch bei:

Fach- und Koordinationsstelle Partnerschaften für Demokratie – Demokratie leben!